Massage

“Wie jeder Mensch instinktiv eine geschwollene und deshalb schmerzende oder gestoßene Stelle seines Körpers reibt oder drückt und so versucht, den durch die Spannung verursachten Schmerz zu mindern, so wird dieses instinktive Mittel (der Massage) wohl auch als Heilmittel zu allen Zeiten angewandt worden sein.”

 

Franz Kirchberg: Handbuch der Massage und Heilgymnastik (1926)

 

WAS PASSIERT WÄHREND EINER MASSAGE?

Sobald eine Berührung mit unserem größten Organ – unserer Haut – entsteht, werden Informationen an unser Gehirn gesendet. Fühlt sich die Massage gut an und wird anfangs nicht sofort mit vollem Druck ausgeübt, gehen Informationen zurück an die betroffene Stelle und signalisieren einen positiven Effekt, der dazu beiträgt, dass sich die angesprochene Körperpartie entspannt und sich für die Massage „öffnet“. Wird sofort harter Druck auf die Muskeln ausgeübt, verhärten sich die oberen Muskelschichten, um die darunter liegenden Schichten zu schützen – ein negativer Effekt. Wird die Massage richtig durchgeführt, entsteht ein positiver Prozess. Die mit Blut gefüllte Muskulatur ist vergleichbar mit einem vollgesaugten Schwamm, bei der Massage wird (wie beim Ausdrücken des Schwammes) der Abtransport von Schlacken angeregt. Beim Lösen des Druckes saugt sich die Muskulatur wieder voll, Mineralien werden hinzugeführt, es findet ein Stoffwechsel statt. In erster Linie werden die oberen Muskelschichten massiert, die eine positive Wirkung der Massage in die tiefer liegenden Muskelschichten transportieren.

BRAUCHEN NUR KRANKE MENSCHEN EINE MASSAGE?

Definitiv nein. Haben Sie schon mal ein Fußballspiel gesehen, bei dem es in die Verlängerung ging? Die Betreuer laufen auf den Platz, versorgen die Spieler mit Wasser und massieren ihnen die Oberschenkel- und Wadenmuskulatur. Dies ist nötig, um die Durchblutung der in Anspruch genommenen Muskelpartien so weit wie möglich wieder zu regenerieren, den Stoffwechsel anzukurbeln und die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung anzuregen. Es werden vom Gehirn während einer Massage automatisch Endorphine ausgeschüttet und der Selbstheilungsprozess in Gang gesetzt. Physiotherapeuten auf diesem Niveau sind natürlich mit nichts zu vergleichen, doch wie kann man sich selbst helfen, wenn es mal nach einer wohltuenden Massage verlangt? Die eine Möglichkeit ist, zu einem professionellen Masseur zu gehen und die andere Möglichkeit, ein geeignetes Massagegerät zu benutzen.

WAS BRINGT MIR EIN MASSAGEGERÄT?

Ein Massagegerät zuhause bringt in erster Linie Entspannung. Durch verschiedene Massagetechniken wie zum Beispiel Kneten, Klopfen, Drücken und Dehnen sowie durch unterschiedlich starken Druck wird die Haut und das Bindegewebe sowie die Muskulatur mechanisch gereizt. Das löst Verspannungen und regt die Durchblutung an. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass durch eine Massage die Ausschüttung von Stresshormonen sinkt und Schmerzen gelindert werden können. Die inneren Selbstheilungskräfte werden angeregt. Ein Massagegerät ist nicht allein für die gezielte Massage verhärteter Muskelpartien gedacht. Rund um die massierte Stelle lockert sich das Bindegewebe und löst Blockaden bis in die tiefliegenden Muskelschichten.

RÜCKENMASSAGE

Wo sonst stellt man sich die klassische Massage vor? Der Rückenbereich, vor allem die Schulterpartie und der Lendenwirbelbereich sind heutzutage Schmerzfaktor Nr. 1. Die Muskeln, die den Körper mit Nährstoffen versorgen sollen, sind nach anstrengenden Tagen ausgelaugt. Durch eine Verspannung wird zusätzliches Blut aus dem Muskel gedrückt. Es verkrampfen sich meist zuerst die tieferliegenden Muskelstränge, dann die äußeren. Venen und Adern sind durch die fehlende Versorgung nun ebenfalls beeinträchtigt und können die Kapillaren und weitere Bänder und Gelenke nicht mehr versorgen. Unsere Körperzellen sind abhängig von Nährstoffen. Über die Zwischenräume der Arterien werden diese mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt. Der Stoffwechsel ist für den Austausch von verbrauchten und neuen Stoffen zuständig und führt die verbrauchten über die Lymphbahnen ab. Sind diese jedoch verstopft, funktioniert der Abtransport nicht und es können Stauungen entstehen. Schlacken bleiben im Körper.

Durch langes und häufiges Sitzen und eintönige Tätigkeiten wird dieser Prozess zusätzlich beschleunigt. Da unsere Wirbelsäule direkt von der Rückenmuskulatur abhängig ist, „beschwert“ sich diese bei Störung sofort. Das merken wir dann anhand von Verspannungen, Ziehen, bis hin zu Kopfschmerzen. Je schmerzhafter es ist, desto weniger möchten wir diesen Bereich beanspruchen. Leider ein Fehler. Durch fehlende Bewegung und Pflege, z.B. durch Massage, verhärten sich die Muskeln immer weiter und schnüren die gesamte Körperpartie von der Versorgung ab.

FUSSMASSAGE

Der Alltag verlangt uns oft alles ab. Nach einem langen, anstrengenden Tag schmerzen oft die Beine und Füße und sehnen sich nach Ruhe und Entspannung. Hier kommt eine Fußmassage gerade recht, die im Übrigen auch zur allgemeinen Entspannung beiträgt. Bereits im antiken Thailand wurden mit Druck auf gewisse Punkte am Körper (SenSib) in Kombination mit einer Rückenmassage Krankheiten behandelt. Diese Techniken werden bis heute in der therapeutischen Thaimassage zur Linderung von allgemeinen Leiden eingesetzt.

Im Körper existieren zwei Kreislaufsysteme. Der Blutkreislauf, ausgehend vom Herzen, versorgt das Gehirn, die Organe und die Muskulatur mit Nährstoffen und dem lebenswichtigen Sauerstoff, während das Lymphsystem dafür sorgt, dass Stoffwechselprodukte, Schlacken und Gifte aus dem Körper ausgespült werden können. Wird unser Immunsystem durch Infektionen und Viren beansprucht, tastet der Arzt zunächst die Lymphknoten ab, da diese Abwehrzellen produzieren und auf diese Belastung durch Anschwellen reagieren. Die Massage regt dieses System an und fördert so den Abtransport schädlicher Stoffe und die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen.

FUSSREFLEXZONENMASSAGE

Die Fußreflexzonenmassage hat gegenüber der Ganzkörpermassage den Vorteil, dass Dank der 72.000 Nervenzellen, die im Fuß enden, effektiv auf viele Organe eingewirkt werden kann. Die Fußreflexzonenmassage kann den Stoffwechsel anregen, die Durchblutung verbessern, die Verdauung ankurbeln und Heilungsprozesse unterstützen. Je mehr wir uns um die Gesundheit unserer Füße kümmern, desto besser geht es unserem Organismus: Die Füße sind als Mikrosystem zu verstehen, in dem der ganze Mensch reflektiert wird und individuell behandelt werden kann.

BEWEGUNGSMANGEL

Sitzen, sitzen, sitzen – ob im Büro, vor dem Fernseher oder im Job. Die Mehrzahl der Deutschen bewegen sich weniger als eine Stunde pro Tag.

Zur Arbeit geht’s im Auto. Dann stundenlanges Sitzen vor dem Bildschirm. Nach Hause mit dem Auto. Dort vor den TV oder Computer. Dann ins Bett. Der Alltag für viele Menschen bedeutet vor allem eines: Sie sitzen. Und wann bewegen wir uns? Laut einer Studie der Harvard University sterben jährlich 5 Millionen Menschen weltweit, weil Sie Bewegungsmuffel waren. Inaktivität verursacht laut den Forschungen zufolge 6 Prozent der Fälle von koronarer Herzkrankheit, 7 Prozent der Typ -2-Diabetis-Erkrankungen sowie 10 Prozent der Brust- und Dickdarmkrebsfälle.

WIE VIEL BEWEGUNG MUSS SEIN?

Schon eine Viertelstunde Bewegung am Tag hilft. Es ist wissenschaftlich erwiesen: Mehr Bewegung fördert die Gesundheit – und Bewegung bedeutet nicht gleich Leistungssport. Schon 15 Minuten leichte körperliche Aktivität am Tag kann das Risiko eines vorzeitigen Todes um 14 Prozent verringern (Quelle: www.m.tk.de / www.rueckenzentrum-muenchen-west.de)

WARUM IST BEWEGUNG SO WICHTIG?

Einfach gesagt, um die Muskulatur zu stärken und den Stoffwechsel anzuregen. Denn wenn die Muskulatur geschwächt ist, wird sie auch schlechter durchblutet. Betrachtet man eine geschwächte Muskulatur deren Bänder überanstrengt sind, kann diese dem Druck nicht lange Stand halten und wird mit der Zeit auch immer schwächer. Das kann dazu führen, dass einzelne Wirbel nicht mehr in „der Bahn“ gehalten werden und eine Skoliose entstehen kann. Deswegen sollte für eine ausreichende Durchblutung gesorgt werden, indem wir die Muskulatur aufbauen und den normalen Versorgungsweg der Bandscheiben, der Gelenke, der Bänder, aufrecht erhalten werden kann. Nur eine gesättigte Muskulatur, die ausgeprägt genug und mit Nährstoffen versorgt ist, kann „überflüssige“ Nährstoffe an betroffene Stellen weiterleiten.

KÖRPERHALTUNG

Welche Arbeit verrichten Sie? Stehen Sie viel? Bewegen Sie sich viel, wobei die Bewegungen meist eintönig sind? Sitzen Sie viel? Heutzutage beanspruchen die meisten Menschen ihre Muskulatur in einem hohen Maße zu eintönig. Vor allem die sitzende Körperhaltung bedeutet die größte Belastung/Herausforderung für unsere Wirbelsäule und die Bandscheiben. Deswegen können Menschen, die vor dem PC arbeiten, meist ein Lied davon singen, was Rückenschmerzen, Armschmerzen, Kopfschmerzen und in vielen Fällen auch Migräne betrifft. Solange man nichts dagegen tut, ändert sich nichts. Deshalb sollte man wissen, dass eine einseitige Belastung, eine eintönige Körperhaltung zu einer Überbelastung einzelner Wirbel und Gelenke führt. Schafft man sich keinen Ausgleich durch Bewegung, läuft es automatisch auf Beschwerden hinaus. Da erwiesen ist, dass Schmerzen in den meisten Fällen eine Folgeerscheinung von zu schwacher Muskulatur sind, haben wir die Aufgabe, diese Kausalität zu ändern und uns auf unsere „Problemzonen“, in diesem Fall die durch unsere Eintönigkeit verhärtete und geschwächte Muskulatur wieder aufzubauen.

FOLGEN VON BEWEGUNGSMANGEL

 

DER GESUNDHEITSKREISLAUF

Unser Körper ist ein Wunderwerk der Natur. Keine andere Architektur ist so beweglich, belastbar, vielseitig und atemberaubend ausgefeilt wie der menschliche Körper. Dieses Wunderwerk – unseren Körper – vor Krankheit zu schützen, vorbeugend zu erhalten und regelmäßig zu pflegen sollte von jedem Menschen oberste Priorität haben.

Verschiedene Körpersysteme und deren Einzelteile ermöglichen durch ihr ständiges Zusammenspiel die wichtigen Funktionen, die unser Leben bestimmen. Damit dies reibungslos funktioniert, müssen diese, ähnlich wie Zahnrädchen bei einer Maschine, direkt oder indirekt miteinander verbunden sein. Durch unsere Sinnesorgane, ein noch viel komplexeres und gleichzeitig unbegreiflich wunderbares System, ist es uns möglich unsere Umwelt wahrzunehmen und mit ihr zu interagieren, auf ihre Einflüsse zu reagieren. Hinzu kommt, dass unser Körper „das Tor zu unserer Seele“, unsere eigene Oase ist. Durch ihn drücken wir Gefühle wie Liebe oder Abneigung, Freude oder Trauer aus. Es ist allgemein bekannt und auch wissenschaftlich belegt, dass auch unsere Gefühlswelt das Ergebnis von komplexen chemischen und hormonellen Prozessen ist.

Als soziale Interaktion stellt unser Körper das wichtigste Instrument dar. Die Körperhaltung, die Einstellung zum eigenen Körper sowie die Aufmerksamkeit, die man ihm widmet, stellen allesamt die sozialen Kompetenzen eines Menschen dar.

Wenn man den menschlichen Körper auf diesen Gesundheitskreislauf reduziert, wird deutlich, welche einzelnen Faktoren eine Rolle für sein Funktionieren spielen. Wird ein einzelner Baustein vernachlässigt, leiden alle anderen darunter. Häufig kommt es vor, dass man sich unwohl oder krank fühlt und keine Erklärung dafür hat. Vielleicht bewegt man sich ausreichend und ernährt sich bewusst, arbeitet aber jeden Tag von früh bis spät und gönnt seinem Körper zu wenig Ruhe. Automatisch kommt es zu einem Defizit, der von unserem Körper verarbeitet werden muss und sich auf den Allgemeinzustand auswirkt.

UNSER KÖRPER UND SEINE „PROBLEMZONEN“

DIE ZENTRALE EINHEIT

Unsere Wirbelsäule ist das zentrale Trägersystem unseres gesamten Körpers und ermöglicht unsere aufrechte Haltung. Sie ist in nahezu jeder Lage stets starken Belastungen ausgesetzt, denn gemeinsam mit den Muskeln und Bändern stabilisiert sie unsere Haltung und gewährleistet gleichzeitig die Beweglichkeit des Rumpfes. Unsere Wirbelsäule besteht insgesamt aus 24 beweglichen Wirbeln: 7 Halswirbel, 12 Brustwirbel, 5 Lendenwirbel. Zudem sind auch 23 Zwischenwirbelscheiben (Bandscheiben) Bestandteile der Wirbelsäule.

NATÜRLICHE STOSSDÄMPFER

Unsere Bandscheiben bestehen aus einem weichen Kern, der von einem Knorpelring umgeben ist. Zu 75% ca. bestehen sie aus Wasser, 25% sind eine festere, wasseraufnahmefähige Substanz. Diese sind ebenfalls, wie auch jeder andere Baustein unseres Körpers, abhängig von unserer Pflege und der Aufnahme von Nährstoffen. Diese Aufnahme geschieht überwiegend abends und nachts. In einer entspannten Position haben die einzelnen Wirbel die Möglichkeit sich voneinander zu lösen, den Zwischenraum zu vergrößern und so die Möglichkeit zu schaffen, eine Nährstoffaufnahme zu unterstützen.

Nur, wenn wir unserem am Tag geforderten Körper eine Möglichkeit zur Regeneration und Nährstoffaufnahme geben, kann die Funktion der natürlichen Stoßdämpfer auf Dauer gewährleistet werden. Etwa ab dem 30. Lebensjahr unterliegen die Bandscheiben einem Alterungsprozess und werden mit den Jahren zunehmend empfindlicher. Es kann zu Kopfschmerzen oder Schwindelgefühlen kommen. Dies kann durchaus daran liegen, dass unser Gehirn nicht mehr so gut gegen Stöße abgedämpft wird wie früher. Sind wir persönlich der Meinung oder hat uns sogar ein Arzt bescheinigt, dass unsere Bandscheiben in Mitleidenschaft gezogen wurden, haben wir die Möglichkeit, aktiv etwas gegen einen sich bereits abzeichnenden Bandscheibenvorfall oder präventiv etwas für unsere Gesundheit zu tun. Da sich ein Bandscheibenvorfall abzeichnet und von seiner „Entstehung“ bis zum Vorfall ca. 7 Jahre vergehen, liegt es an uns, ob wir vorbeugen oder hinhalten.

MUSKELN

Ohne Muskeln können wir Menschen nicht funktionieren. Unsere Skelettmuskulatur bildet mit der Fähigkeit zur Kontraktion und Erschlaffung den aktiven Teil unseres Bewegungsapparates. Durch das Nervensystem ständig unter leichter Anspannung gehalten (Muskeltonus) setzen unsere Muskeln Energie um. Auch ganz ohne Bewegung wird bereits ca. ein Viertel der Energie durch die Muskulatur umgesetzt. In Bewegung und durch Anstrengung steigt dieser Umsatz erheblich. Ein Großteil der eigenen Energie steht uns als Körperwärme zur Verfügung und wird zum Beispiel bei Kälte durch Zittern, kurze Kontraktionen der Muskeln in „Wärmeenergie“ umgewandelt.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Muskulatur ist die zentrale Versorgung aller Einheiten (Gelenke, Knorpel, Knochen, Organe) mit lebenswichtigen Mineralien und Stoffen. Durch die Aufnahme von Sauerstoff und die Weitergabe an die Muskulatur sind diese unsere Hauptstraßen für eine funktionierende Versorgung. Je besser sie ausgeprägt sind, je besser ist die Versorgung gewährleistet. Verschiedene Faktoren und Bequemlichkeit können dazu führen, dass Muskeln unzureichend ausgeprägt, verkümmert oder verkrampft sind und eine einwandfreie Versorgung einzelner Bereiche und Organe nicht mehr gewährleistet ist.

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